InPrint 2017: Thieme und Tritron stellen Drucksystem für Tiefziehfolien vor

Veröffentlicht am: 07.11.2017

Der Druckmaschinenhersteller zeigt ein digitales Drucksystem zur Bedruckung von Folien, die anschließend tiefgezogen oder hinterspritzt werden. Die in Kooperation mit dem Druckfarbenhersteller Tritron entwickelte HydroGel-Technologie verbindet hohe Druckqualität mit günstigen Druckkosten.

Bisher konnten Folien, die nach der Bedruckung tiefgezogen oder hinterspritzt wurden, nur im Siebdruckverfahren bedruckt werden. Damit ist jedoch die Wiedergabe von Farbverläufen oder feinen Schriften nur eingeschränkt möglich, zudem fällt bei kleineren Stückzahlen ein beträchtlicher Rüstaufwand an. Auf Basis der Thieme-Digitaldruckplattform steht nun die erste digitale Drucklösung speziell für derartige Anwendungen zur Verfügung. Diese erweitert nicht nur die grafischen Möglichkeiten, sondern ermöglicht auch eine kostengünstige Produktion von Kleinserien.
Im Unterschied zum üblichen Digitaldruckprozess, in dem die Drucktinte mittels UV-Licht fixiert wird, kommen bei HydroGel wasserbasierte Tinten zum Einsatz, die Tropfen für Tropfen mit einer zuvor punktgenau im Inkjet-Verfahren aufgebrachten Spezialflüssigkeit fixiert werden. „Beim Auftreffen auf die Vorbehandlung geliert der Tintentropfen“, beschreibt Tritron-Geschäftsführer Dr. Jens Simon das ausgeklügelte Verfahren. „Auf diese Weise wird Bleeding, also ein Verlaufen der Tintentropfen auf dem nicht saugfähigen Folienuntergrund, zuverlässig verhindert.“
Für den HydroGel-Prozess werden die Thieme-Digitaldruckmaschinen mit speziellen Zusatzfunktionen ausgestattet. Dazu gehören eine automatische Abdichtung (Capping) der Druckköpfe, die ein Eintrocknen der wasserbasierten Drucktinten verhindert, eine automatische Druckkopfreinigung sowie eine Absaugung und Ex-Schutz-Maßnahmen zur sicheren Verarbeitung der alkoholbasierten Fixierflüssigkeit. Abgesehen von dieser speziellen Ausstattung können Anwender alle üblichen Maschinenoptionen nutzen, die es bereits für die UV-Maschinenvarianten gibt.
Typische Anwendungen des neuen Digitaldruckverfahrens sind Foliendrucke für Taster und Bedienblenden im Automobil oder auf Haushalts- und medizintechnischen Geräten. Hierbei wird eine Folie zuerst im flachen Zustand auf der Rückseite bedruckt und anschließend mittels Thermoformung (Tiefziehen) in die gewünschte Form gebracht. Abschließend wird die Folie mit Kunststoff hinterspritzt.
Nachdem bereits eine Digitaldruckmaschine der Baureihe Thieme 3020 D mit HydroGel-Technologie erfolgreich im Einsatz ist, hat Thieme das innovative Verfahren nun für kleinere Druckformate adaptiert. Bei dieser Gelegenheit wurde die bestehende Maschinenbaureihe 500 D komplett überarbeitet und hinsichtlich Platzbedarf und Bedienkonzept optimiert. Verfügbar sind ab sofort die Varianten Thieme 505 D (max. Druckformat 400 x 600 Millimeter) und 510 D (630 x 730 Millimeter), beide wahlweise mit UV- oder HydroGel-Ausstattung.

« voriger   |   nächster » « zurück

Kommentar

No risk – no fun

Es tut sich einiges in der Druck- und Verpackungs- industrie in Österreich in Bezug auf neue Investitionen und Vor- reiterdenken. So gab es in den letzten Wochen eine ganze Reihe interessanter Installationen, die durchwegs zeigen, dass nicht mehr ausschließlich in Maschinen, sondern in Prozesse und Konzepte investiert wird.

Anzeige

Umfrage

Das Thema Industrie 4.0 ist in aller Munde. Ihrer Meinung nach handelt es sich dabei um...

den aktuellen Industriestandard
einen übertriebenen Hype
ferne Zukunftsmusik
einen fahrenden Zug, auf den es rechtzeitig aufzuspringen gilt