Qualitätskarton senkte die Gesamtkosten

Veröffentlicht am: 28.04.2014

Im Herbst 2013 erhielt Gary Peeling, CEO der Familiendruckerei Precision Printing im Ostlondoner Stadtteil Barking einen Auftrag, der wohl für jede Digitaldruckerei der ultimative Traumjob wäre: American Express plante ein Direct Mailing an 280.000 Kunden in Großbritannien. „Think Big — Shop Small“ lautete das Motto und sollte Karteninhaber dazu animieren, an einem bestimmten Tag in kleinen Geschäften Einkäufe zum ermäßigten Preis zu tätigen. Als Datum wurde der 7. Dezember festgesetzt. Die 280.000 Mailings mussten die Amex-Kunden daher einige Zeit im Voraus erreichen.

Das Mailing wurde von Ogilvy aus London entworfen und bot einige Herausforderungen. Es hatte Leporello-Format, und die Hintergrundfarbe im Zugabebereich war außerdem Schwarz, was ein erhebliches Risiko für Risse in den Falzen darstellen konnte.

„Wenn wir einen Standardkarton verwendet hätten, wären wir gezwungen gewesen, den Karton zum Preis von 14.000 Britischen Pfund zu kaschieren, um Risse zu vermeiden“, erläutert Gary Peeling. „Durch die Entscheidung für Invercote Creato von Iggesund Paperboard brauchten wir nicht zu kaschieren, weil dieser Karton auch nach dem Falten nicht reißt.“ Doch das waren nicht die einzigen Vorteile. Eine Kaschierung hätte auch ein maschinelles Falten der Mailings unmöglich gemacht, weil die Rillrückstellkräfte höher gewesen wären. Die Alternative wäre dann ein Falten und Packen der 280.000 Einheiten von Hand gewesen. „Dann hätten wir den Auftrag gar nicht rechtzeitig fertigstellen können“, so Peeling. „Invercote Creato hat in unserem Verfahren perfekt funktioniert und unsere Produktivität auf beeindruckende Weise erhöht. Solche Effekte sind bei kleinen Aufträgen kaum spürbar, bei größeren Auflagen werden die Auswirkungen auf die Produktivität und die Gesamtwirtschaftlichkeit jedoch sehr deutlich.“

Die Frage, weshalb man sich bei einem Auftrag mit einer so hohen Auflage überhaupt für Digitaldruck entschied, ist an sich schon interessant. Noch vor wenigen Jahren sagte man nämlich, es würde sich kaum lohnen, Auflagen von mehr als 500 Stück digital zu drucken. In diesem Fall war ein Grund für die verbesserte Produktivität die frühe Entscheidung von Precision Printing, in eine HP Indigo 10000 mit einer größeren Bogengröße als dem Digital-Standardformat zu investieren. „Jetzt erhalten wir aus einem Druckbogen fünf A4-Bögen statt lediglich zwei, was natürlich die Gesamtkosten pro Einheit reduziert. Zusammen mit der Möglichkeit, die Drucksache in vier Farben personalisieren zu können, statt einen Laserdruck vorzunehmen, war dies der Hauptgrund für die Entscheidung, die Auflage im Digitaldruck herzustellen“, so Gary Peeling abschließend.

Seit mehr als einem Jahrzehnt heißt es, die Personalisierung werde ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Digitaldrucks sein. Vielleicht beweist der Auftrag von Precision Printing für American Express, dass elegante Personalisierung in der Tat wichtiger sein kann, als ständig die niedrigsten Stückkosten anzustreben.

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Kommentar

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