Nanotechnologie: Zellstoff mit neuen Eigenschaften

Veröffentlicht am: 26.04.2012

Wissenschaftler des Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Genua haben einen Weg gefunden, um Papier mit Nanopartikeln anzureichern, ohne dabei dessen Grundeigenschaften zu verändern.  Damit wird es künftig möglich sein, Zellstoffen unterschiedlichste Eigenschaften zu verleihen. Bis jetzt ist es den Forschern bereits gelungen magnetische, wasserfeste und antibakterielle Blätter erzeugt.

 

Hierfür hat Institutsdirektor Roberto Cingulani mit seinem Team eine Methode entwickelt, dank der sich die einzelnen Zellstoffmoleküle mit Nanopartikeln zu einem Polymer verbinden lassen, das anschließend in einer Flüssigkeit aufgelöst wird. Durch das Aufbringen entsteht eine Polymermatrix, ohne dass die grundlegenden Attribute des Papiers manipuliert werden. Der Stoffkomplex lässt sich prinzipiell auf alle nicht gewebten Textilmaterialien anbringen und hüllt jede Faser in einer dreidimensionalen Schicht ein, anstatt nur auf der Oberfläche zu liegen. Je nach Art der verwendeten Nanopartikel können so unterschiedliche neue Funktionalitäten definiert werden. Eisenoxidteilchen machen den Stoff beispielsweise magnetisch, Silberpartikel töten Bakterien ab. Mit fluoreszierenden Materialien wäre weiters etwa die Herstellung von leuchtenden Blättern möglich. „Das Papier ist immer noch bedruckbar", sagt Cingolani gegenüber Forbes. Er sieht anhand der bisherigen Versuche bereits einiges Verwendungspotenzial für die Erfindung. „Antibakterieller Zellstoff könnte wichtig im Bereich der Lebensmittelverpackung und für medizinische Anwendungen sein", so der IIT-Leiter. „Leuchtendes und magnetisches Papier könnte man nutzen, um die Fälschungssicherheit von Banknoten und Dokumenten zu verbessern. Wasserfestes Papier könnte zum Erhalt kulturell bedeutender Schriftstücke eingesetzt werden."

 

 

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