drupa 2012 - Impulse für die Printbranche

Veröffentlicht am: 09.07.2012

Von der drupa 2012 gehen wichtige Impulse für die weltweite Print- und Medienindustrie aus. Das wichtigste Signal: Print hat Potenzial, die Branche investiert kräftig in ihre Zukunft. Schon zur Halbzeit der Messe hatte sich dieser Trend abgezeichnet, und die Aussteller meldeten zahlreiche Geschäftsabschlüsse aus aller Welt. Diese Investitionsbereitschaft hat sich dann in der zweiten Messehälfte ungebrochen fortgesetzt.

 

„Die drupa war für die Branche ein voller Erfolg. Von der Messe gingen wichtige Impulse aus. Es wurden zahlreiche Geschäftsideen und Innovationen gezeigt, die allesamt zu hohen Investitionen führten. Was die 1.850 Aussteller hier in den letzten zwei Wochen präsentiert haben, wird das Entwicklungspotential der Druck und Medienindustrie nachhaltig stärken“, brachte Bernhard Schreier, Präsident der drupa 2012 und Vorsitzender des Vorstandes der Heidelberger Druckmaschinen AG, das Ergebnis der drupa 2012 auf den Punkt. „Hier in Düsseldorf wurden Geschäfte vereinbart und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Branche gestellt.“

314.500 Fachleute aus über 130 Ländern sind zur drupa nach Düsseldorf gekommen, 75.500 weniger als 2008. „Dieser Rückgang kommt für uns und die gesamte Branche nicht überraschend. Alleine in Deutschland hat die Druckindustrie in den Jahren 2000 bis 2011 rund 3.900 Betriebe mit über 61.000 Beschäftigten verloren. In den USA haben im gleichen Zeitraum über 7.700 Druckereien geschlossen“, erläutert Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung Messe Düsseldorf. „Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass weniger Besucher zur drupa 2012 kamen. Doch – und das ist das entscheidende: Die Kunden kommen nicht mehr mit großen Delegationen oder im Rahmen eines Firmenausflugs zur drupa; vielmehr ist es das Top-Management, das nach Düsseldorf reist. Die drupa ist eindeutig die Messe der Entscheidungsträger, die Messe für das Business.“

 

Unangefochtener Branchenleader

Damit behauptet die drupa 2012 ihre Stellung als weltweit wichtigste und größte B2B-Fachmesse ihrer Branche. Das verdeutlichen auch die Ergebnisse der Besucherbefragung. Die drupa-Besucher kommen mit konkreten Investitionsvorhaben. Knapp 50 Prozent aller Besucher vergeben Aufträge – und das größtenteils direkt auf der Messe. Das überrascht nicht, schließlich ist der Anteil der Top-Manager unter den Besuchern im Vergleich zu 2008 deutlich gewachsen (2012: 50,8 Prozent; 2008:zu 44,4 Prozent).

Mit über 190.000 internationalen Besuchern ist die Internationalität der drupa weiter auf sehr hohem Niveau. Auffällig ist die hohe Anzahl der Fachbesucher aus Indien, das jetzt mit rund 15.000 Besuchern hinter Deutschland (über 123.000 Besuchern) auf Rang 2 der Top-Besuchernationen liegt. Auf den weiteren Plätzen im Länderranking folgen: Belgien, Frankreich, Niederlande, Großbritannien, die USA, Schweiz und Italien. Besonders erfreulich der gestiegene Anteil der Besucher aus Süd- und Mittelamerika (2012: 8,8 Prozent; 2008: 7,0 Prozent) – und hier vor allem aus Brasilien. Auch die Presse, die sich zur drupa 2012 akkreditiert hat, ist ausgesprochen international: Die rund 2.400 Journalisten kommen aus 75 Ländern. 2008 waren es noch rund 3000 aus 84 Ländern.

 

Aktuelle Trends reflektieren

Die dominierenden Themen der drupa 2012 waren Automatisierung, Verpackungsdruck, Digitaldruck, hybride Technologien, Web-to-Print-Anwendungen und umweltgerechtes Drucken. So gaben ca. 40 Prozent der Besucher an, sich für Digitaldruckmaschinen und Digitaldrucksysteme zu interessieren. Große Beachtung fand auch das Zukunftsthema Printed Electronics, das gleich in vielfacher Form auf der drupa aufgegriffen wurde: im drupa innovation park, im drupa cube, mit einer Highlight Tour und an vielen Ständen der drupa-Aussteller.

Eine positive Bilanz zogen die Veranstalter auch zum fachlichen Rahmenprogramm. Über 20 Prozent der Besucher haben sich für die beiden Sonderschauen drupa innovation park und drupa cube presented by digi:media interessiert. Der drupa innovation park (dip), der mit seinen über 130 Ausstellern in Halle 7.0 der Dreh- und Angelpunkt für Innovationen im digitalen Zulieferbereich war, vermeldet eine äußerst erfolgreiche drupa. „Der innovation park zur drupa 2012 ist eine einzigartige Sonderschau, weil sie sich auf neue Ideen und Geschäftfelder fokussiert. Viele dieser Ideen brauchen keinen großen Stand, um sich zu präsentieren – aber sie müssen in einer ganz besonderen Art und Weise vorgestellt werden, damit man sie erleben und verstehen kann“, erläutert Frank Romano, emeritierter Professor des Rochester Institute of Technology (USA). „Die drupa ist eine der interessantesten Messen, weil sie genau das schafft. Sie findet Bereiche jenseits des Mainstreams, die bald dazugehören. So ist der drupa innovation park eine einzigartige Idee.“

Ging es im dip um die Technologie, drehte sich im drupa cube, der szenigen Kongresslocation in Halle 7A, alles um die Trends in der crossmedialen, printbasierten Kommunikation. Das 13-tägige deutsch-englische Kongressprogramm mit über 80 Referenten richtete sich speziell an Printbuyer, Marketing-Entscheider, Werbetreibende, Verlage und Kreative. Rund 1.000 Fachleute aus 55 Ländern informierten sich an den einzelnen Thementagen über crossmediale Kampagnen, Corporate Publishing, Trends in der Zeitungs-, Buch- und Zeitschriftenproduktion, über Out-of-Home-Anwendungen, Dialogmarketing, Verpackung, Electronic Printing oder Medienproduktion. Die nächste drupa soll vom 2. bis 15. Juni 2016 stattfinden.

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Kommentar

No risk – no fun

Es tut sich einiges in der Druck- und Verpackungs- industrie in Österreich in Bezug auf neue Investitionen und Vor- reiterdenken. So gab es in den letzten Wochen eine ganze Reihe interessanter Installationen, die durchwegs zeigen, dass nicht mehr ausschließlich in Maschinen, sondern in Prozesse und Konzepte investiert wird.

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